Die "Wedde"- althochdeutsch "wetti", angelsächsisch "wedd".Es hat in früherer Zeit eine Behörde "Wette" oder "Wedde" gegeben. Die "Wedde" war in Hamburg die Behörde, die für die Staatsangehörigkeitsaufsicht zuständig war. Dort wurde die Hamburgische Staatsangehörigkeit beantragt und erteilt oder auch die "Schutzverwandschaft" für alle, die in Hamburg lebten, aber aus irgendwelchen Gründen keine Bürger werden wollten oder konnten.

Aufsicht über das Heiraten in der Stadt

Der "Wedde" oblag aber auch die Aufsicht über das Heiraten in der Stadt. Sie war die Behörde, die die Erlaubnis zur kirchlichen Trauung im Stadtgebiet erteilte. Durch sie wurde dem in Hamburg lebenden – ob Bürger, Schutzverwandter oder Fremder- nach Erstattung einer Gebühr erlaubt, in Hamburg zu heiraten. Die Trauung selbst wurde dann von der Kirche vollzogen. In Hamburg gab es seit 1446 eine Weddebehörde für Bürgeraufnahmen & Heiratserlaubnis. Ausführliche Protokolle jedoch erst ab 1708.

Wichtige Erkenntnisse

Durch die Wedde-Eintragungen lassen sich, je nach der Zeit in der die Hochzeit stattfand, wichtige Erkenntnisse über das Brautpaar ermitteln, die in der Regel in den Kirchenbucheintragungen fehlen! [In den Wedde-Eintragungen sind jedoch nicht die ehemaligen Hamburger Vorstädte St. Georg, St. Pauli und die Landgebiete erfasst worden]

Beispieleinträge 1748 und 1760:
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Weddeeintrag 1748
Aufbau des Wedde-Eintrages:
  • Name des Bräutigams, meist mit Angaben über seinen Beruf
  • Braut mit Name des Brautvaters oder bei Witwen deren verstorbenen Ehemann
  • Ortsangabe der Hochzeitsfeier
  • Beschränkung von Hochzeitsgästen (z.B. 5 Paar)
  • Welches Kirchspiel die Trauung durchführt
  • Höhe der Gebühr für die Wedde 
Wedde-Gebühren:

Die Brautleute in Hamburg waren verpflichtet sich beim Weddeschreiber http://www.enzyklo.de/Begriff/Weddeschreiber und Ratskuchenbäcker einschreiben zu lassen. Dabei wurden die Hochzeiten in verschiedene Rangstufen eingeteilt. Carl Heinz Dingedahl hat in seinem Aufsatz „Die Gebühren der Wedde bei Hochzeiten in Hamburg“ das „Reglement für den Wette-Schreiber, die Gebühren betreffend, die derselbe bei jeder vorkommenden Gelegenheit zu fordern hat" veröffentlicht. Die Aufgaben des Weddesschreibers wurden vom Ratskuchenbäcker wahrgenommen. Der „Kuchenbecker Dienst" wurde seitens der Kämmerei an den Meistbietenden verkauft. Zu den Abgaben für den Weddeschreiber kamen noch die Gebühren hinzu, die für die Reitendiener http://de.wikipedia.org/wiki/Reitendiener und den Hochzeitsbitter http://de.wikipedia.org/wiki/Hochzeitsbitter, die nach einer Verfügung von 1746 beschäftigt werden MUßTEN.

Wedde-Kuchen:

Neben allen diesen Abgaben und Gebühren erhielt der Weddeschreiber, in seiner Eigenschaft als Ratskuchenbäcker, auch noch 3 Mark für 100 der besten Kuchen bzw. 1 Mark 8 Schilling für 100 der mittleren Kuchen. Richcy bezeichnet diese Kuchen genauer: „Die Krullkuchen waren ein Gebäck, das in einem mit Butter beschmierten Eisen gebacken und noch warm auf ein rundes Holz gewickelt wurden. Nach Borchardt sind „die Koken weiche runde Gebäcke, die ebenso wie die Kringel, sechs bei sechs aneinander hingen".