Alle Fremden in Hamburg waren verpflichtet sich binnen 48 Stunden bei der Polizei (Fremdenbüro) zu melden und eine sogenannte Aufenthaltskarte zu lösen. Diese Regelung bestand auch für die Vorstädte Hamburgs. Alle Wirte, die Gäste beherbergten, hatten ein Fremdenbuch zu führen und die bei ihnen logierenden Fremden bei der Polizei anzumelden. Ab 1868 wurde die Meldefrist auf 8 Tage ausgedehnt. Die Meldepflicht der Fremden galt bis zur Einführung des allgemeinen Meldewesens im Jahre 1892. Die Fremdenmeldeprotokolle in Hamburg sind ab 1833 erhalten geblieben!

Das Gesinde-Meldewesen 1834-1892.

Die Fremden unterlagen einer besonderen Meldepflicht und polizeilicher Kontrolle. Sie mußten im Gesindebüro eine Aufenthaltskarte lösen, die auf kurze Zeit für die Gewinnung einer Stellung befristet war. Als "Gesinde" bezeichnete man in Hamburg: Arbeiter und Dienstboten aller Art sowie alle nichtzünftigen Gesellen, Lehrlinge und Knechte. Der Sinn dieser Kontrolle bestand darin, alle Arbeiter und Handwerker, die nicht durch die entsprechenden Zünfte beaufsichtigt wurden zu erfassen. Ab 1842, wegen des starken Zuzugs von Arbeitern nach dem großen Brande, wurden auch Tagelöhner und sonstige Arbeiter zum Gesinde gerechnet. Mit der Aufhebung des Zunftzwanges und der Einführung der Gewerbefreiheit 1865 war die Unterscheidung von zünftigen und nicht zünftigen Handwerkern hinfällig geworden. So wurden alle Handwerker ab 1868 im Fremdenbüro meldepflichtig. Die Meldeprotokolle für das fremde Gesinde sind von 1834-1890 erhalten.